Geschichte des Hofes

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Unsere voll arrondierte Liegenschaft (die von dieser Zeit bis heute in seinem Grundausmaß unverändert ist) war von 1750 bis 1785 im Theresianischen Gütlbuch eingetragen, wo unsere Liegenschaft als eine der wenigen in unserer Gegend zur Grundherrschaft Stift Mondsee gehörte.

1785 wurde unser Bauernhof im Josephinischen Lagerbuch der Katastralgemeinde Wildenhag unter der Herrschaft Walchen eingetragen.
Im alten Grundbuch Eintrag I, welches 1790 bis 1793 angelegt wurde, ist unsere Liegenschaft unter dem Gerichtsbezirk Mondsee zu finden.

Erst mit dem Eintrag II kam unsere Liegenschaft zum Gerichtsbezirk Frankenmarkt wo diese bis heute zu finden ist.

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Sturm und Hagel

Der schwärzeste Tag in der Geschichte unseres Hofes war der 29. Juni 1929.
An diesem Tag hat ein Föhnsturm den Dachstuhl vom landwirtschaftlichen Anwesen geweht.

Weiters hat in diesem Jahr ein starker Hagel das Futter, aber vor allem das gesamte Brotgetreide und den Hafer für die Pferde vernichtet.

Meine Großeltern haben im Jahr 1923 geheiratet und den Hof im Jahr 1925 übernommen. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie bis 1929 in wochenlangen Arbeiten den Dachstuhl saniert und hergerichtet. Weiters war die Großmutter zu diesem Zeitpunkt zum 3. Kind schwanger.

Das alles zusammen führte dazu, dass man sich in dieser aussichtslosen Situation dazu gezwungen sah, den Hof zu verkaufen. Käufer wäre der damalige Rinderzuchtverband Attergau gewesen.

Im Sommer 1929 gab es bei der Nachbarliegenschaft Beierl (heutige Alm) eine Wasserrechtsverhandlung, zu der auch mein Großvater geladen war. Beim Gang zum Brunnen mit dieser damaligen Delegation hörte mein Großvater, wie der Obmann des Rinderzuchtverbandes zu einem anderen Nachbarn sagte „schau umi, nächste Woche gehört die Liegenschaft schon uns“. Dieser Sager rettete unser heutiges Zuhause, denn mein Großvater ging von der Verhandlung nach Hause und war ab diesem Zeitpunkt felsenfest dazu entschlossen, den Hof zu erhalten und wieder aufzubauen.

Die weichenden Erben verzichteten auf ihren Erbteil, die Gräfin Kottulinsky (Schloss Kogl) spendete das gesamt Holz für den Dachstuhl und so wurde mit aller Kraft das Bauernhaus wiederaufgebaut und bis zum heutigen Tag weiterbewirtschaftet

Der 2. Weltkrieg

Im 2. Weltkrieg wurde auf unserer Liegenschaft vis-à-vis der heutigen Fischteiche ein Gefangenlager für Franzosen und Engländer errichtet. Ausschlaggebend für die Errichtung dieses Gefangenenlagers war das Wasseraufkommen und die vorhandenen Teiche.

Obwohl unsere Großeltern nicht viel hatten, gab es immer wieder heimlich Schweinefleisch und Geselchtes für die Gefangenen. Die Großeltern hatten auch mit dem Wachpersonal einen guten Umgang, was dazu führte, dass zu Weihnachten das Wachpersonal mit den Gefangenen in der Stube um den Christbaum gehen durfte und jeder der Gefangene eine Wuchtel bekam. Als Dankeschön sangen die Gefangenen vor dem Haus „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

Bis in den späten 1970er Jahre kamen immer wieder Gefangene aus Dankbarkeit auf unseren Hof zu Besuch, dies durfte auch ich noch miterleben.

Dankbarkeit

Zutiefst dankbar sind wir noch heute unseren Großeltern Theresia und Johann Innerlohinger, die es mit letzter Kraft möglich machten, diese schöne Liegenschaft zu erhalten und auch unserer Übergeberin Leopoldine Innerlohinger, die diesen Hof alleine bewirtschaftete und in den 1960er Jahren nicht der Versuchung erlegen ist, Grundstücke aus der Liegenschaft zu verkaufen um einen Traktor anzuschaffen, was in unserer Gegend in dieser Zeit zu Hauf passiert ist.

Die Geschichte dieses Hofes sollte für zukünftige Generationen Grund genug sein, in einer viel besseren Zeit den Hof mit Freude zu bewirtschaften.

ÖR Johann Schachl

Amido Handels Ges.m.b.H.

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